Die Begründer der Gestalttherapie

 

Fritz Perls

 

 

Paul Goodman

 

 

Lore Perls

 

 

   

Gestalttherapie ist eine moderne, humanistische Psychotherapie. Mehr noch, sie ist eine Haltung zum Leben. Sie basiert dabei auf einem ganzheitlichen Menschenbild.

Im Mittelpunkt der Gestaltarbeit steht der Kontakt. Dabei gilt das Hauptinteresse dem, was sich "hier und jetzt" zeigt. Dazu gilt es sich die notwendige Achtsamkeit zu erwerben. Heilung beginnt da, wo wir wahrnehmen, was wirklich (um uns und in uns) ist.

Über die Gestalttherapie ist schon sehr viel geschrieben worden. Wir wollen deshalb nicht einen weiteren Versuch unternehmen, das in Worte zu fassen, was doch nur unzulänglich auszudrücken ist.  Zum Einen haben das Andere vor uns schon sehr gut getan, zum Anderen  werden Sie "Gestalt" erst erfahren, wenn Sie sie erleben. Alle Lektüre vorab gleicht einem Landkartenstudium. Man entwickelt an Hand der Darstellung mit Bildern und Symbolen seine eigenen Phantasien und legt sich eine Route zurecht. Die Reise letztlich ist dann doch etwas ganz Anderes, auch der Verlauf kann sich von den Plänen deutlich unterscheiden.

Wir empfehlen Ihnen hier nur zwei interessante Links , über die Sie sich fundiert informieren können. Wenn Sie sich einen Gefallen tun wollen, dann lesen Sie nicht zuviel vor dem ersten wirklichen Kontakt mit der Gestalt. Wie bei der Landkarte auch: Es werden immer wieder unterschiedliche Darstellungen der selben Sache sein. Das wird Sie nicht wirklich weiter bringen, unter Umständen sogar verwirren. Sie mögen alle erdenklichen Karten der Welt studieren, Beschreibungen von Menschen, die gereist sind und Sie werden dadurch nicht einen Millimeter vom Fleck kommen. Tun Sie jedoch diesen notwendigen ersten Schritt, dann sind Sie auf dem Weg!

Was wir Ihnen hier allerdings gerne weitergegeben möchten, sind eine Hand voll Zitate aus dem Buch des Gestalttherapeuten und Lehrtherapeuten Bruno-Paul De Roeck.

Er schreibt in seinem Buch "Gras unter meinen Füssen", eine sehr ungewöhnliche Einführung in die Gestalttherapie. Wir haben dieses Buch schon mehrfach verschenkt, vielfach empfohlen und nehmen es selbst immer wieder in die Hand. Bruno-Paul De Roeck findet klare, einfache und doch sehr deutliche Worte, das zu beschreiben, worum es ihm bei der Gestalttherapie geht. Eine der einfachsten und doch übersichtlichsten Landkarten der Gestalttherapie, finden wir!

... in der Gestalttherapie unterscheidet man nicht zwischen Gesunden und anderen Kranken. Gestalttherapie, oder einfach nur "Gestalt", ist vielmehr eine Lebenseinstellung, die praktische Konsequenzen hat. Es geht um dich und mich und um unsere Erfahrung hier und jetzt. Wachstum ist hier das richtigere Wort als Therapie. Wachstum: spontaner, lebendiger und glücklicher sein.

... Wir leben auf zwei Ebenen. Einmal ist da die Realitätsebene, auf der wir Berührung haben mit unseren eigenen Gefühlen, mit unseren Sinnen, mit dem, was in unserem Körper geschieht, mit dem, was um uns herum vorgeht.

Zum anderen gibt es die Ebene, die wir wohl die intellektuelle, die Denkebene nennen, auf der wir uns selbst und damit auch unsere Umwelt ernsthaft beschummeln. Das ist der Raum, wo wir grübeln. Wo wir uns ausdenken, was die anderen von uns denken oder erwarten, oder von uns denken oder sagen werden.

Es ist die Ebene, auf der wir uns selbst gegenüber ständig wiederholen, was wir nicht alles tun würden, wenn wir nur nicht ... auf der wir jahrelang nachsinnen und uns selbst verletzen, ohne einen Schritt voran zu kommen auf der wir uns alle möglichen Katastrophen vorstellen, die auf uns oder unsere Kinder in der Büchse der Pandora warten könnten. Wo wir jammern über unsere Eltern, die uns haben studieren lassen oder auch nicht, so dass wir jetzt ... Das ist die Ebene, auf der wir uns immerfort im Kreise bewegen mit dem Erfinden neuer Begründungen, mit dem Ausgraben alter Probleme, mit Spekulationen über die Zukunft ... so dass wir nur ja nicht das Risiko auf uns zu nehmen brauchen, jetzt zu leben.

Das ist die Ebene, auf der wir uns selbst krank machen, indem wir das, was wir sind, terrorisieren mit allem, was wir sein möchten oder sein müssen.

... Elefanten versuchen nicht, Giraffen oder Schwalben zu werden.Radieschen versuchen nicht, Rote Beete zu werden. Aber wir versuchen zu sein, was wir nicht sind. Wir ersticken in den Idealen, die unerreichbar sind oder die nur auf unsere eigenen Kosten erreicht werden können. Wir gehen auf den Zehenspitzen, um nur ja nirgendwo anzustoßen, und werden schließlich ärgerlich auf unsere Zehen, wenn sie uns weh tun .

...Ein gesunder Mensch ist für mich jemand, der guten Kontakt zur Realität hat: zu der großen und der kleinen Welt um ihn herum und in ihm selbst. Ich selbst sehe mich genau dazwischen: zwischen gesund und krank sein. Manchmal neige ich mehr nach links, manchmal mehr nach rechts. So geht es wohl den meisten Menschen, denke ich.

... Ich komme von weit her. Von einem Ort, wo aus meinem Mund: «Kann ich etwas für dich tun?" bedeutet: «Ich habe keine Worte für meine Angst. Darf ich bei dir sein? Laß mich nicht alleine!" Wut konnte sich dort nur in freundlichem Lächeln äußern. Die Tränen, die hinter meinen Augen verschlossen waren, liefen nach innen über: ein heißer Strom, der sich einen Weg suchte durch meine Kehle und sich in meinem Magen einbrannte. Das Überlaufen eines Fasses voller Kummer, der niemals abnimmt. So stark sehnte ich mich nach jemandem, der mich nicht verurteilen würde, daß ich es nicht mehr wagte, die Menschen anzusehen. ' Die Worte, die mich ihnen näher hätten bringen können, wagte ich nicht einmal mehr zu denken. Die Hände, die anrühren wollten, versteiften sich zu kalten Zangen, und die Haut, die sich so sehr sehnte, berührt zu werden, wich zurück vor der Zärtlichkeit. Verzweiflung: wie eine schwarze Mauer, die über mich kam. Als ob dies alles noch nicht genug gewesen wäre, erdachte ich eine neue Quälerei, mit der ich mich noch mehr vernichten konnte. Ich warf mir selbst meinen Kummer vor. Jahrelang, Tag für Tag schlug ich mir selbst meine Neurosen um die Ohren. Erniedrigen, bestrafen, zur Hölle der Vollkommenheit treiben unter dem Motto: to be the best or not to be ... Ich habe einen langen Weg zurückgelegt. Ich weiß nicht, ob ich einen Schritt weiter bin als damals. Manchmal scheint es mir, als liefe ich einen jahrelangen Weg, der sich zu einem Kreis umbiegt und der mich immer wieder zum Ausgangspunkt bringt, der jedes mal tiefer liegt.

Dennoch hat sich etwas verändert: Ich bin nicht länger mein Feind. Es wachsen mir freundliche Blümchen hinter den Ohren. Manchmal läuft das Fass über, die Tränen über meine Wangen, und sie verbrennen mir nicht mehr Kehle und Magen.

Oft wage ich es, dir in die Augen zu sehen, um dich zu sehen anstelle meiner Phantasie über dich. Manchmal verkrampfen sich meine Hände nicht. Manchmal wage ich es, mich der Zärtlichkeit anzuvertrauen. Mehr und mehr wird die Peitsche des Vollkommenheitsideals ersetzt durch den kecken Humor eines lumpigen Neurotikers, der sich sehen lassen kann.

JEDEM, DER SICH AUF DEN GESTALTWEG MACHEN MÖCHTE, SEI DIESES KLEINE BUCH ANS HERZ GELEGT.

 



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Letzte Aktualisierung am 20.02.2011